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07.07.2026

Camping in Sachsen auf Wachstumskurs – Studie zeigt großes Potenzial für Tourismus und ländliche Räume

Neue Markt- und Potenzialstudie liefert Handlungsempfehlungen für Politik, Kommunen und Branche

Pressevertreter beim Pressegespräch zum Thema Camping in Sachsen

Gemeinsame Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Kultur und Tourismus und des Landestourismusverbandes Sachsen e. V.

Camping ist längst mehr als Urlaub mit Zelt oder Wohnwagen – es ist eines der dynamischsten Segmente im Deutschlandtourismus. Mit 44,7 Millionen Camping-Übernachtungen war 2025 ein Rekordjahr für den Camping-Tourismus. Jede elfte Übernachtung in Deutschland findet demzufolge auf einem Campingplatz statt. Dies entspricht einer direkten Bruttowertschöpfung von insgesamt 20,8 Milliarden Euro.

Die heute vorgestellte „Markt- und Potenzialstudie – Campingbranche in Sachsen“ zeigt: Sachsen verfügt über gute Voraussetzungen, um vom anhaltenden Campingboom zu profitieren. Gleichzeitig macht die Untersuchung deutlich, dass Investitionen in Qualität, Sichtbarkeit und Infrastruktur notwendig sind, um das vorhandene Potenzial künftig noch besser auszuschöpfen.

Die Studie wurde im Auftrag des Landestourismusverbandes Sachsen e. V. (LTV SACHSEN) mit Unterstützung des Sächsischen Staatsministeriums für Kultur und Tourismus erstellt. Zwischen September 2025 und Februar 2026 analysierten die Gutachter den sächsischen Campingmarkt anhand einer umfassenden Markt- und Trendanalyse, einer strukturellen Angebots- und Nachfrageanalyse sowie einer Online-Befragung sächsischer Camping- und Reisemobilbetriebe. Ergänzend wurde eine deutschlandweite Bevölkerungsbefragung campingaffiner Personen sowie Fachgespräche mit Kommunen sowie Destinationen durchgeführt.

Camping wächst deutlich stärker als der Gesamtmarkt
Die Nachfrage nach Campingurlaub entwickelt sich in Sachsen seit Jahren überdurchschnittlich. Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der Campingübernachtungen um 76,6 Prozent auf rund 1,08 Millionen Übernachtungen. Damit entfallen inzwischen 5,4 Prozent aller touristischen Übernachtungen im Freistaat auf den Campingtourismus.

Während der gesamte Beherbergungsmarkt das Niveau vor Corona noch nicht wieder erreicht hat, liegt das Campingsegment bereits deutlich darüber. Besonders stark wächst die Nachfrage von Reisemobilisten. Gleichzeitig erschließt Camping zunehmend neue Zielgruppen – darunter jüngere Reisende, Vanlife-Enthusiasten sowie Gäste mit hohen Ansprüchen an Komfort, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch:
“Camping ist ein bedeutender Wachstumsmotor für den Tourismus – insbesondere in unseren ländlichen Regionen. Der Freistaat Sachsen bringt mit seiner vielfältigen Natur, den attraktiven Landschaften und seiner guten Erreichbarkeit beste Voraussetzungen mit. Die Studie zeigt gleichzeitig, dass wir weiter investieren müssen: in Qualität, moderne Infrastruktur, Digitalisierung und eine stärkere Sichtbarkeit und Vermarktung unseres Campingangebots. Gemeinsam mit den Kommunen, den Tourismusorganisationen und Betrieben müssen wir die Potenziale konsequent nutzen und Sachsen als attraktive Campingdestination weiter stärken.”

Alexander Dierks MdL, Präsident des Sächsischen Landtags und Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen e. V.: „Die Campingstudie macht deutlich: Sachsen hat in diesem Segment bereits heute viele starke Angebote, die wir gemeinsam mit den Reiseregionen und Partnern gezielter bündeln, profilieren und sichtbar machen müssen. Ziel sollte dabei sein, Camping noch stärker mit Rad- und Aktivtourismus, Kultur, Kulinarik, Naturerlebnis und regionalen Angeboten zu verknüpfen. Die Branche verändert sich dynamisch: Gäste erwarten klare Profile, gute Qualität, digitale Services und besondere Erlebnisse, vom einfachen Reisemobilstellplatz bis zum hochwertigen Glamping-Angebot. Daraus ergeben sich neue Chancen für Betriebe und Destinationen, sich unterscheidbar aufzustellen und zusätzliche Zielgruppen zu erreichen. Als LTV SACHSEN wollen wir die Ergebnisse der Studie nutzen, um die Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Kommunen und Tourismusorganisationen zu stärken und Sachsen als Campingdestination klarer zu positionieren.“

Sören Schaffer, Geschäftsführer der schaffer-mobil Wohnmobile GmbH:
„Die Ergebnisse der Studie bestätigen, was wir als Unternehmen seit Jahren täglich erleben: Camping und Reisemobiltourismus sind längst kein Nischenmarkt mehr, sondern ein bedeutender Wachstumsbereich mit großer wirtschaftlicher und touristischer Relevanz. Die Nachfrage nach individuellen, flexiblen und naturnahen Reiseformen steigt kontinuierlich. Sachsen verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um von dieser Entwicklung nachhaltig zu profitieren. Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch deutlich, dass wir gemeinsam an der Sichtbarkeit des Campinglandes Sachsen arbeiten müssen. Die Qualität unserer touristischen Angebote ist hoch, die Zufriedenheit der Gäste ebenfalls. Dennoch wird Sachsen bundesweit oftmals noch nicht als eine der führenden Campingdestinationen wahrgenommen. Aus Sicht der Branche brauchen wir deshalb eine stärkere Vermarktung, schnellere Genehmigungsprozesse und bessere Rahmenbedingungen für Investitionen. Nur wenn Politik, Kommunen, Tourismusorganisationen und Unternehmen an einem Strang ziehen, können wir die vorhandenen Potenziale vollständig ausschöpfen. Als schaffer-mobil investieren wir seit vielen Jahren in die Campingkultur, in Beratung, Service und Kundenerlebnisse. Wir sind überzeugt, dass Camping auch künftig zu den wichtigsten Wachstumstreibern des Deutschlandtourismus gehören wird und Sachsen dabei eine deutlich stärkere Rolle einnehmen kann.“

Sachsen überzeugt – wird aber noch zu selten als Campingland wahrgenommen
Die Studie bescheinigt Sachsen eine hohe Attraktivität als Campingdestination. Besonders geschätzt werden die abwechslungsreiche Natur, die Landschaften, Ruhe und Erholung sowie vergleichsweise günstige Preise. Wer bereits Campingurlaub in Sachsen gemacht hat, bewertet das Angebot ausgesprochen positiv: 97,3 Prozent empfehlen Sachsen als Campingdestination weiter. Dennoch bleibt die Wahrnehmung im bundesweiten Wettbewerb hinter den tatsächlichen Qualitäten zurück. Die größten Herausforderungen liegen deshalb weniger im Angebot selbst als vielmehr in einer stärkeren Positionierung und Vermarktung des Freistaates als attraktives Campingland.

Kleine Betriebe, großer Investitionsbedarf
Der sächsische Campingmarkt umfasst 124 Campingplätze und 312 Reisemobilstellplätze. Die Branche ist überwiegend mittelständisch und kleinteilig strukturiert. Viele Betriebe sehen sich jedoch mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert: Investitionsbedarf besteht insbesondere bei Sanitäranlagen, Ver- und Entsorgungsinfrastruktur, Digitalisierung sowie Barrierefreiheit. Gleichzeitig erschweren steigende Kosten, Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungs- und Förderverfahren notwendige Modernisierungen.

Beliebter Urlaub mit Hund
Urlaub mit Hund zählt zu einer beliebten Urlaubsform, zumal die Anzahl der Hundebesitzer seit der Coronazeit angestiegen ist. Für zwei Drittel der Hundebesitzer ist ihr Hund auch in den Ferien eine feste Begleitung. Beliebt sind bei den Urlaubsreisen die Nutzung von Wohnwagen oder Wohnmobilen, da sie u.a. eine vertraute Umgebung für den Hund schaffen. Deutschlandweit gibt es 2.145 Campingplätze, auf denen Hunde erlaubt sind. In Sachsen erlauben 82,1 Prozent der Campingplätze, Hunde mitzunehmen. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Laut Studie nehmen rund 17 Prozent der Sachsen-affinen Campingreisenden ihren Hund mit.

Klare Empfehlungen für die Zukunft
Im Rahmen der Studie wurden Handlungsempfehlungen sowohl für Betriebe, als auch Politik, Kommunen, Branchenverbände und Destinationsmanagementorganisationen abgeleitet. Die Studie empfiehlt unter anderem:

• Stärkere strategische Verankerung des Campingsegments in Landes- und Destinationsstrategien
• Qualitative Aufwertung bestehender Plätze
• Gezielte Profilierung und Zielgruppenansprache
• Gezielte und verantwortungsvolle Steuerung der Nachfrage
• Verbesserte Sichtbarkeit und Vermarktung Sachsens als Campingdestination.
• Vereinfachung von Genehmigungsverfahren und bessere Zugänglichkeit von Fördermitteln
• Ausbau von Kooperationen und Netzwerken sowie stärkere Zusammenarbeit zwischen Betrieben, Kommunen, Destinationen und Verbänden
• schlagkräftige Interessensvertretung der sächsischen Campingwirtschaft

Fazit: Starker Markt mit Entwicklungsbedarf
Der Campingtourismus in Sachsen befindet sich in einer stabilen Wachstumsphase und verfügt über starke Zukunftspotenziale. Die naturräumlichen Voraussetzungen, die gute Erreichbarkeit und attraktive Preise bilden dafür eine solide Basis. Um dieses Potenzial langfristig zu nutzen, bedarf es jedoch einer konsequenten qualitativen Weiterentwicklung, einer klaren strategischen Positionierung sowie einer besseren Sichtbarkeit Sachsens als leistungsfähige und zukunftsorientierte Campingdestination im bundesweiten Wettbewerb.

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung: https://www.ltv-sachsen.de/publikationskategorie/camping-und-caravaning/

Thaddäus Ziesch
Kontakt:

Thaddäus Ziesch

Tourismuspolitik / Projektsteuerung

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