08.05.2026
WLAN, Wellness und Wohnmobil-Boom
ZukunftSchmiede live zu Angebot, Nachfrage, Herausforderungen und Trends für Sachsens Campingtourismus
Onlinebuchung statt handgeschriebenem Platzplan, Glamping statt Klappstuhl, private Badezimmer statt Gemeinschaftswaschraum. Die Campingbranche verändert sich und wächst rasant. Genau deshalb hat der Landestourismusverband Sachsen e.V. (LTV SACHSEN) die dwif-Consulting GmbH mit einer Markt- und Potenzialstudie zur Campingbranche im Freistaat beauftragt. Erste Ergebnisse wurden von der Studienautorin Rebecca Schwerdt bei der ZukunftSchmiede live „Impuls Zukunft mobiles Reisen Sachsen“ im Hafentheater am Hainer See vorgestellt. Sie verdeutlichte, welche Chancen sich für Sachsen mit seinen Seenlandschaften, Aktivangeboten, Natur- und Kulturräumen für den Camping- und Caravaningtourismus bieten und lieferte entsprechende Handlungsempfehlungen für Kommunen, Destinationen, Politik und Branchenverbände gleich mit.
Zuvor hatte Prof. Dr. Frank Schaal, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD e.V.), bereits den Blick auf die bundesweite Entwicklung gelenkt und das enorme Potenzial der Branche unterstrichen. Jede elfte touristische Übernachtung in Deutschland finde inzwischen auf einem Campingplatz statt. Das Wachstum werde vor allem durch den Inlandstourismus getragen, weil rund 15 Millionen Menschen in Deutschland sich für Camping interessieren oder gelegentlich campen. Vor allem Reisende mit Wohnmobilen treiben die Entwicklung voran.
Ein Thema zog sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Vorträge und Gespräche des Tages: die Digitalisierung. Uwe Frers, Geschäftsführer von PiNCAMP by ADAC, sprach über das Zusammenspiel von Onlinebuchbarkeit, guten Bildern, Nutzerbewertungen und Sterne-Klassifizierungen. Ein Campingplatz könne online buchbar sein, aber ohne ansprechende Bilder bliebe er trotzdem unsichtbar und werde nicht gebucht. Dass mittlerweile rund die Hälfte aller Urlaubsreisen online gebucht werde, betreffe dabei längst nicht mehr nur jüngere Zielgruppen.
Auch in den Talkrunden wurde deutlich, dass die Zukunft des Campingtourismus nicht allein auf den Campingplätzen entschieden wird. LTV-Direktorin Andrea Kis betonte, wie wichtig Vernetzung und gemeinsames Handeln für die weitere Entwicklung seien. Infrastruktur, Qualität, Sichtbarkeit und digitale Standards seien Aufgaben, die nur gemeinsam gelöst werden könnten. Thomas Kunack, Bürgermeister von Bad Schandau, sprach über Chancen und Herausforderungen für Kommunen und Infrastruktur. Sandra Brandt, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes LEIPZIG REGION e.V., verwies auf eine gemeinsame Vermarktung und regionale Zusammenarbeit, während Jens Bohge, selbst Platzbetreiber und Präsident des Mitteldeutschen Verbandes der Camping- und Wohnmobilwirtschaft MVCW e.V., die Chancen der Branche aus seiner Sicht bewertete.
Gemeinsam wurde nach Lösungen gesucht und weitergedacht, um die Wirtschaftskraft der Branche in Zukunft stärker zu nutzen.
Wir danken Christian Conrad, Geschäftsführer der LeipzigSeen GmbH, für die Gastfreundschaft im Hafentheater am Hainer See, den Referentinnen und Referenten für die wertvollen Impulse und allen Teilnehmern fürs Kommen sowie den konstruktiven Austausch!
Hier sehen Sie weitere Impressionen der Veranstaltung.
Die Veröffentlichung der „Markt– und Potenzialstudie – Campingbranche in Sachsen“ ist voraussichtlich Ende Juni 2026 geplant.


