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Sommercamp 2024: Tourismusakzeptanz als Schlüssel zum Erfolg

SommerCamp für die Mitarbeiter der sächsischen DMOs

Beim diesjährigen Sommercamp 2024 des Landestourismusverbands Sachsen drehte sich alles um die Themen Tourismusakzeptanz und eine gute Kommunikation mit den Bürgern. Ziel des Workshops im Karl-May-Museum Radebeul war es, Vertreter der sächsischen Tourismusregionen dabei zu unterstützen, den Dialog mit der lokalen Bevölkerung zu verbessern, ein stärkeres Bewusstsein für die positive Rolle des Tourismus zu entwickeln und die Akzeptanz des Tourismus nachhaltig zu steigern. Zwei intensive Tage boten den Teilnehmenden spannende Einblicke und praxisnahe Handlungsansätze.

Sommercamp 2024
Teilnehmer des LTV Sommercamps

Am ersten Tag stellte Michael Deckert vom dwif Berlin in seinem Vortrag „Tourismus und Bevölkerung“ klar, dass die Akzeptanz der lokalen Bevölkerung entscheidend für den Erfolg des Tourismus in Sachsen ist. Ein zentrales Ziel muss deshalb die Steigerung der Tourismusakzeptanz sein. Es gilt, die Bedürfnisse und Ansprüche der Gäste sowie der lokalen Bevölkerung und der Beschäftigten gleichermaßen zu berücksichtigen.

Laut aktuellen Umfragen nehmen 85 % der Menschen in ostdeutschen Regionen durch Tagesausflügler keine Beeinträchtigungen wahr. Allerdings werden die positiven Effekte des Tourismus, wie beispielsweise die Bereitstellung von Gastronomieangeboten, Wander- und Radwegen oder kulturellen Veranstaltungen, noch nicht ausreichend geschätzt. Vor allem im ländlichen Raum gibt es hier Potenzial, die Wahrnehmung zu verbessern und die Bevölkerung stärker von den Vorteilen des Tourismus zu überzeugen.

Im Anschluss an den Impulsvortrag erarbeiteten die Teilnehmenden Ideen zu den vorgestellten Handlungsansätzen.

  1. All das ist Tourismus: Die Bevölkerung für das System Tourismus sensibilisieren, positive Effekte hervorheben und Einheimische zu Botschaftern machen.
  2. Tourismuswissen auffrischen: Die Bevölkerung sollte kontinuierlich über das lokale Tourismusangebot informiert werden, um das Bewusstsein und die Wertschätzung zu steigern. Ideen: Bewerbung des attraktiven Freizeit- und Naherholungsraums, kostenlose Stadtführungen für Einheimische, Willkommenspaket für Neu-Bürger und neue Mitarbeitende, Lehrmaterial für Lehrkräfte.
  3. Partizipation fördern: Einheimische bewusst in den Tourismusprozess integrieren und ihre Meinung aktiv einholen, um Akzeptanz und Engagement zu erhöhen. Ideen: Dialog- und Beteiligungsformate.
  4. Tourismuspotenziale gemeinsam nutzen: Ideen – Vergünstigungen für Einheimische zur Nutzung der touristischen Infrastruktur, spezielle Rabattkarten für Einheimische.

Wichtig: Regelmäßige Befragungen und dauerhaftes Monitoring notwendig, um ein rechtzeitiges Gegensteuern zu ermöglichen.

Teilnehmer des LTV Sommercamps
Teilnehmer des LTV Sommercamps
Teilnehmer des LTV Sommercamps

Am zweiten Tag ging es darum, wie die Kommunikation mit den Bürgern optimiert werden kann, um ihre Einstellung zum Tourismus zu verbessern. Der Kommunikationstrainer Bernhard Holfeld thematisierte in seinem Impuls und dem anschließenden Workshop „Besser kommunizieren – besser verstehen“ die Bedeutung von Partizipation und Dialog.

  1. „Mein Gegenüber hat eine andere Welt im Kopf.“ Jeder Mensch bringt eigene Vorstellungen und Gefühle zu einem Thema mit, darauf muss sich Kommunikation einstellen.
  2. Fragen sind als Gesprächsöffner besonders wertvoll, denn sie regen nicht nur zur Kommunikation an, sondern auch zum Nachdenken.
  3. Durch Storytelling kann der Tourismus den Bürgern als Geschichte nähergebracht und somit emotionaler und verständlicher vermittelt werden.
  4. Einheimische sollten aktiv in den Tourismus eingebunden und als Multiplikatoren genutzt werden.
  5. Wichtig ist es, herauszufinden, wo der Kontakt zu den Bürgern entsteht, also Touchpoints zu identifizieren. So können gezielt Benefits für Einheimische kommuniziert und die Vorteile des Tourismus für die eigene Lebensqualität in den Vordergrund gerückt werden.
Kommunikationstrainer Bernhard Holfeld

„Die Beschäftigung mit den Themen Tourismusbewusstsein und Einwohnerakzeptanz ist ein wesentliches Erfolgsmerkmal für die Destinationsentwicklung der Zukunft. Tourismus wird bisher durch Einwohner*innen als Wirtschaftsfaktor erkannt, aber weniger als Treiber der eigenen Lebensqualität, wie uns auch bereits vorliegende Studien zeigen. Für Dresden wissen wir, dass der Tourismus und die damit verbundenen Angebote in Kultur, Gastronomie und Freizeit für den Stolz und die Zufriedenheit der Dresdner*innen bereits eine sehr wichtige und positive Rolle spielen. Umso wichtiger ist es für uns, dass zukünftig weiter zu stärken und die Interessen der Einwohner*innen mit den Interessen der Tourismuswirtschaft in Einklang zu bringen. Nicht zuletzt kommt dies auch in der Vision der 2022 erarbeiteten Tourismusstrategie zum Ausdruck.“

Ina Duckstein
Leiterin Markt- und Trendforschung, Dresden Marketing GmbH
Andrea Kis und Frank Ortmann

Nach einer interessanten Führung durch das Karl-May-Museum kamen zum Abschluss Andrea Kis, Direktorin des LTV SACHSEN und Frank Ortmann, Abteilungsleiter im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK), mit den Teilnehmenden ins Gespräch. Gemeinsam diskutierten sie aktuelle Entwicklungen im sächsischen Tourismus, bevor allem mit neuem Wissen im Gepäck wieder nach Hause fuhren.

Ana Tovar Liberato
Kontakt:

Ana Tovar Liberato

Projektmitarbeiterin

+49 0351 49191-18