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06.03.2014 | News  | FAKTEN & STUDIEN

Ostdeutsches Gastgewerbe: Vor allem Kleinstbetriebe am Markt

17. OSV-Tourismusforum sieht Verbesserungspotenzial bei Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittleren Tourismusunternehmen

Übernachtungen in Ostdeutschland mehr als verdoppelt

Die Flutkatastrophe, aber auch das durchwachsene Wetter hat der ostdeutschen Tourismuswirtschaft im vergangenen Jahr leichte Einbußen beschert. Während der Tourismus 2013 bundesweit leichte Zuwächse verzeichnete, legte Ostdeutschland eine Wachstumspause ein. Angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen sind die ostdeutschen Unternehmen dennoch glimpflich davongekommen. Das geht aus dem 17. Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) hervor, das der Geschäftsführende OSV-Präsident, Dr. Michael Ermrich, am Donnerstag auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin präsentierte.

Das aktuelle Sparkassen-Tourismusbarometer 2014 bewertet den Tourismus in den ostdeutschen Regionen 25 Jahre nach dem Mauerfall als tragenden Wirtschaftsfaktor. Ermrich betonte: „Ich freue mich über die Leistungen der touristischen Einrichtungen und ich bin stolz, dass viele Urlaubsregionen zu Markenzeichen für ganz Deutschland geworden sind. Sie haben gezeigt, dass sie sich durchbeißen können. Deswegen bin ich sicher, dass die gut aufgestellten ostdeutschen touristischen Unternehmen die Flutwelle gut bewältigen werden. Sie können auf ihr Potenzial an guten Ideen und Konzepten bauen.“

Leichter Rückgang bei Übernachtungen

Neben der Flutkatastrophe und dem lang anhaltenden schlechten Wetter verursachte im vergangenen Jahr die schwindende Beliebtheit der Mittelgebirgsdestinationen bundesweit einen leichten Rückgang von 0,3 Prozent bei den Übernachtungen. Das Nachfrageniveau von 2012 wurde in Ostdeutschland knapp gehalten, während die Zahl der Übernachtungen leicht anstieg (+ 1,1 Prozent).

Langfristig gesehen hat sich das Übernachtungsaufkommen in Ostdeutschland in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Mit 33 Mio. Übernachtungen in 1993 steigerte sich das Nachfragevolumen auf 74,6 Mio. Übernachtungen in 2013. Das entspricht einer Steigerung des Marktanteils Ostdeutschlands an sämtlichen Übernachtungen in Deutschland von 10,4 Prozent in 1993 auf 18,2 Prozent in 2013.

Auslandsübernachtungen stark angestiegen

Etwas aufgeholt hat Ostdeutschland 2013 bei den internationalen Gästeankünften in gewerblichen Betrieben und im Camping. Diese wuchsen in Sachsen um 3,3 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 1,5 Prozent, in Brandenburg um 1,1 Prozent und in Sachsen-Anhalt um 0,8 Prozent). Besser als die Gästeankünfte haben sich die Gästeübernachtungen in gewerblichen Betrieben und im Camping entwickelt, Brandenburg (+ 3,6 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern (+ 3 Prozent) und in Sachsen (+ 2,7 Prozent).

Insgesamt bleibt das Niveau der Ausländerübernachtungen in allen ostdeutschen Ländern jedoch verhältnismäßig niedrig. Das zeigt auch die langfristige Entwicklung. Der Marktanteil Ostdeutschlands an sämtlichen Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland nahm von 4,4 Prozent in 1993 auf 6,6 Prozent in 2013 zu.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen beklagen Besucherrückgänge

Traditionell analysiert das Tourismusbarometer die monatlichen Besucherzahlen in ausgewählten Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Rund 280 dieser sogenannten touristischen Wetterstationen werden mittlerweile untersucht.

Im Jahr 2013 kamen 4,8 Prozent weniger Besucher als 2012. Das 2011 auch durch Sonderausstellungen u. a. in Potsdam und Magdeburg erreichte hohe Niveau konnte somit nicht gehalten werden.

Eine verhältnismäßig positive Besucherentwicklung verzeichneten 2013 in Ostdeutschland Denkmäler und historische Bauwerke (+ 15,5 Prozent), Bergbahnen (+ 2,2 Prozent), Freizeit- und Erlebniseinrichtungen (+0,1 Prozent) und Burgen und Schlösser (+ 0,1 Prozent). Deutliche Besucherrückgänge mussten Ausflugsschiffe und Fähren (- 20,6 Prozent), private Eisenbahnen (- 12,8 Prozent), Kirchen (- 11,1 Prozent), Zoos und Tierparks (- 9,8 Prozent) und Naturinfozentren (-7 Prozent) hinnehmen.

Schwerpunktthema: Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Tourismusunternehmen (KMU)

Die kleinen und mittleren Unternehmen stehen im Fokus der EU-Förderpolitik 2014 – 2020. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, neue Geschäftsmodelle und Unternehmensgründungen zu fördern und die Internationalisierung der Unternehmen zu forcieren.

Die touristischen KMU spüren den härter werdenden Wettbewerb. Nach einer aktuellen Befragung des Sparkassen-Tourismusbarometers bestätigen 75,2 Prozent der befragten gastgewerblichen Betriebe und 85,3 Prozent der Freizeiteinrichtungen, dass die Wettbewerbsintensität in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist. Das Tourismusbarometer identifiziert die Unternehmerkompetenz, das Unternehmenskonzept, die betriebswirtschaftliche Steuerung und ein konsequentes Qualitätsmanagement als entscheidende Faktoren für Wettbewerbsstärke.

Es empfiehlt, den Unternehmer stärker als bisher in den Mittelpunkt von Initiativen zu rücken. Kritisiert wird, dass die Verantwortlichen in den Betrieben nicht konsequent genug auf zukunftsgewandte Unternehmenskonzepte bauen. Das Tourismusbarometer fordert daher, das konzeptgesteuerte Handeln der Unternehmer zu forcieren.

73 Prozent der für das diesjährige Barometer befragten Gastgewerbebetriebe und 59 Prozent der Freizeiteinrichtungen benennen den hohen Einfluss der betriebswirtschaftlichen Steuerung auf die Wettbewerbsfähigkeit der KMU. Nur die Hälfte von ihnen sieht sich auf diesem Feld jedoch gut aufgestellt.

Entscheidend ist das Engagement des Unternehmers, der selbst mehr Eigeninitiative zeigen muss. Neben einer aktiven Informationssuche und einer stärkeren Nutzung der vorhandenen Qualifizierungs- und Beratungsangebote kommt es darauf an, die unternehmerischen Schlüsselkompetenzen in den Bereichen Strategie und Betriebswirtschaft zu erhöhen. Um die Steuerungskompetenz der Unternehmer zu verbessern, sind darüber hinaus Aktionsbündnisse für die KMU notwendig, die sich auf eine gemeinsame Sensibilisierung und Beratung durch verschiedene Institutionen richten. Unterstützt werden Praktiker und Strategen dabei durch den Know-how-Transfer aus dem Sparkassen-Tourismusbarometer.(© OSV)

 
Kurzfassung Sparkassen Tourismusbarometer 2014 (pdf 688.6 kB)
 
 
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